Auf der Schleimspur ausgerutscht: Guttenberg und Obama

Wenn einem beim Wochenendeinkauf in der Nähe der Kasse die Bild-Schlagzeile „Gut! Guttenberg bleibt!“ entgegenjubelt, weiß man nicht, welcher Offenbarungseid schwerer wiegt: Die Anhäufung der unangenehmen Indizien und Details im Zusammenhang mit der Affäre um die blitzsaubere Eins-Plus-Doktorarbeit von Deutschlands Lieblingspolitdarsteller – oder eben das öffentliche Aufatmen des Boulevard-Schamodders, weil der Gutsherr noch Minister bleibt. An dieser Stelle möchte nicht so sehr meinem durchaus vorhandenen Sozialneid gegenüber den Reichen und Schönen Ausdruck verleihen, sondern vielmehr Bronskis FR-Blog erwähnen, wo heute ein Artikel veröffentlicht wurde, der sich schon aufgrund seiner Überschrift zu lesen lohnt: „Innocence in Danger“.

Ob man nun, so wie Hartmut Finkeldey es vorschlägt, gleich den Laden dicht machen – welchen Laden auch immer – und „einpacken“ kann, sollten seine Durchlaucht, The Plagiator, weiterhin sein Verteidiungsministeramt bekleiden, möchte ich stark bezweifeln,. Ich kann durchaus verstehen, wie man als vermeintlich mit allen Wassern gewaschener Endkonsument und Informationsverbraucher auf schmierig-schleimige Charaktermasken hereinfallen kann.

Immer peinlicher werden  mir   eigenen Jubelpostings aus dem Frühsommer 2009, als ein gewisser Barack Obama in Kairo vollmundig ein neues Zeitalter US-amerikanischer Nahostpolitik für angebrochen erklärte.

In Sachen Nahost dürfte sich das Heldenepos „Obama, Kämpfer für den Frieden“ endgültig als Märchen erwiesen haben. Die USA haben einmal mehr ihr Recht als Vetomacht im UNO-Sicherheitsrat genutzt, um eine internationale Verurteilung der israelischen Siedlungspolitik zu verhindern. Der Traum ist aus, und wir sagen danke – genau wie Jerry Haber:

Thank you, Mr. President, for vetoing the UN Security Counsel Resolution condemning the Israeli settlements as illegal.

Thank you for making America the only country in the world to support Israel on this matter.

Thank you for contradicting long-standing US policy on the settlements.

Thank you for not abstaining on this vote – which is what the US has done in the past.

Thank you for talking the talk on settlements but not walking the walk.

Thank you for allowing Israel to say, as it always does, „We and the US have disagreements on various items, but our bond is strong.“

Thank you for doing nothing about the biggest settlement activity within East Jerusalem in over forty-three years.

Thank you for undermining the PA and Abu Mazen.

Thank you for showing the Palestinian people how much – or how little – you can be relied upon.

Thank you for holding the Palestinians hostage to a non-existent (fortunately) peace process.

Thank you for allowing Israel to kill any chance of a two-state solution.

Thank you for making the United States irrelevant in the Middle East.

Die Nakba geht weiter – proudly presented by Obama’s USA.

Auf der Schleimspur ausgerutscht sind also nicht nur Guttenberg und Obama, sondern alle – meine Nichtigkeit eingeschlossen -, die sich viel zu bereitwillig als Jubelschar eingefunden haben. Ein Guttenberg-Verehrer war ich nie – zu eindeutig und offensichtlich war und ist die gemeinsame Sache, die unser ehemaliger Doktor Von-und-Zu mit Bild und Co betreiben. Obama ist aber auch schon peinlich genug.

Skandalös dabei ist und bleibt, dass die Guttenberg und Obama bleiben werden – gar so viele wehrlose Menschen in Afghanistan und Nahost jedoch nicht.

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3 Gedanken zu “Auf der Schleimspur ausgerutscht: Guttenberg und Obama

  1. Schleim heisst die neue Partei…sprich Einheitspartei für alle..ob Dr oder nicht.. wer sein land anlügt bekommt gratis Eintritt..es ist schon lange über das kindliche schummeln hinaus, was sich dies Damen und Herren leisten..und immer in gewissheit..jaaajoo wir wurden ja von den Menschen im land gewählt…wow..bravo haben wir fast nicht bemerkt.. ich bin dafür das ein Nicht wähler auch eine Stimme ist.. oder endlich eine Quote einrichten…38% Wahlbeteiligung und das noch gesplittet….bullschitt wenn nicht minimum 80% ihren zettel einwerfen ist niemant oder gein geschäft gewählt oder angenommen.. Grüsse Stony

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