Gremliza über arabische Demokratiebestrebungen: „Eine Demokratie, deren Regierung die Vox populi exekutiert, ist eine democracia falsa.“

Warum sich konkret, ein Blatt, an welchem sich nur allzu gut der politische wie auch intellektuelle Niedergang dessen, was sich einmal radikale Linke in diesem Lande hat nennen dürfen, ablesen lässt – warum sich das Blatt auf dem hiesigen Lesemarkt überhaupt noch hält? Lügt man sich nicht in die Tasche, wenn man sich mit der Behauptung über Wasser zu halten versucht, mit Ausnahme der Berichte zum Themenbereich Nahost habe das Blatt mit Autoren wie Büsser, Ebermann, Fülberth, Seeßlen zumindest noch gelegentlich etwas zu sagen? Oder fungieren diese Namen lediglich als Deckel über jenem Morast, der sich in der konkret-Berichterstattung bei allem auftut, was auch nur annähernd etwas mit Israel-Palästina zu tun hat bzw. haben könnte?

Fragen über Fragen. Wenn die Daseinsberechtigung eines Blattes nur daran bemessen wird, wieviel Unwohlsein – und ich spreche hier nicht von irgendeiner intellektuellen Provokation, ich meine echte Kotzübelkeit und reale Trauer – es hervorruft, was sagt das über den Geistes- und Seelenzustand von dessen Lesern und Autoren aus? Dank einmal mehr an Ghassan, der in letzter Zeit den Gang dorthin, wo es weh tut und einem schlecht wird, perfektioniert hat. Wie er Texte aus Organen des biederen Bürgersinns wie die Welt oder Jungle World auseinanderzunehmen pflegt, verdient Beachtung und Anerkennung. Vielleicht sogar ein bisschen Neid? Obwohl: die mit der Lektüre besagter Artikel vertane Zeit, wer gibt sie ihm zurück? Wer? Der Al-Samidoun-Blogger hat die neueste Ausgabe von konkret gelesen und erzählt von seinen Leseeindrücken. Schon das Titelblatt schießt den Vogel ab, doch was u.a. der werte Herr Gremliza so über die aktuellen Vorgänge in Arabien zu sagen hat, ist nicht einmal mehr peinlich.
Eine Frage noch zum Schluss: Wenn ich der konkret das Existenzrecht abspreche – werde ich dann endlich mal wieder als Antisemit bezeichnet?

14 Gedanken zu “Gremliza über arabische Demokratiebestrebungen: „Eine Demokratie, deren Regierung die Vox populi exekutiert, ist eine democracia falsa.“

  1. Lügt man sich nicht in die Tasche, wenn man sich mit der Behauptung über Wasser zu halten versucht, mit Ausnahme der Berichte zum Themenbereich Nahost habe das Blatt mit Autoren wie Büsser, Ebermann, Fülberth, Seeßlen zumindest noch gelegentlich etwas zu sagen?

    büsser? der ist doch tot…

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  2. Lieben Dank für das Feedback.
    Zwar habe ich von der Konkret nicht viel Gutes erwartet aber ich muss zugeben, dass ich doch etwas überrascht war, dass angeblich „Linke“ derart negativ auf die Proteste reagieren können. Es werden keinerlei positive Aspekte beleuchtet. Man hätte so viel Interessantes berichten können, zum Beispiel über die Zeltstadt auf dem Tahrir-Platz. Über die Rolle der Frauen, die teilweise an der Spitze der Proteste stehen. Sogar im Jemen! Oder auch über interkonfessionelle Kooperation während der Proteste. Stattdessen ein Artikel nach dem anderen über die Gefahren (für Israel, nicht für die Araber) unter Überschriften wie „Hier bahnt sich eine Tragödie an“. Nicht einmal Springers Welt hat so negativ berichtet.

    Die Jungle World hat dagegen extra einen Blog nur für die Proteste eingerichtet. Das finde ich schon ganz gut, auch wenn die Autoren sich oft von ihren antideutschen Wunschträumen beeinflussen lassen.
    Die haben sich sofort darauf gestürzt, als ein US-Reporter von demonstrierenden Libyern angeblich gesagt bekam, dass sie nichts dagegen hätten, wenn die USA nun das Militär senden würden. Da ging augenblicklich der Bomberharris-Reflex mit den Dschungelkriegern durch.
    Aber bei der JW gibt es wenigstens auch wohlgesonnene Stimmen.

    Es ist schon erstaunlich, dass heute bekannte linke Medien zu den Wortführern gegen eine Demokratisierung geworden sind.
    Interessanterweise haben genau die gleichen Leute es bejubelt, als die USA die Demokratie in den Irak bomben wollten. Da war Demokratie noch was schönes. Sobald die Araber sie aber selbst wollen, dann ist es einem doch wieder nicht geheuer. Männer und Frauen, Christen und Muslime, Junge und Alte demonstrieren gemeinsam friedlich gegen die Tyrannei, lassen den Koran zuhause und schreien nicht für ein Kalifat, sondern für Demokratie.
    Aber all das reicht nicht für einen einzigen positiven Beitrag in der Konkret.

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    1. Die Frage ist doch, was generell unter „Demokratisierung“ zu verstehen ist, ob die Ereignisse in Ägypten dazugezählt werden können und ob dies aus emanzipatorischer Sicht nun zu begrüßen ist. Zumindest die letzten beiden Fragen lassen sich jetzt noch gar nicht beantworten und wenn die konkret die allgemeine Euphorie quer durch alle politischen Lager da mal ein bisschen in Frage stellt, ist das erstmal gar nicht so schlecht.

      Die Fokussierung auf die Sicherheit Israels ist natürlich überflüssiger Gremlizscher Reflex, aber z.B. die Hintergründe zur Muslimbruderschaft, deren Einfluss derzeit noch schwer einzuschätzen ist, laden zur kritischen Überprüfung sowohl jenes konkret-Artikels, als auch der Organisation selbst ein.

      Deshalb: ThumbsUp für konkret.

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  3. Zum Kotzen dieser Gremlitza und sein Neocon-Blatt. Besonders schön fand ich diesen Konkret titel von 2004:

    http://www.konkret-verlage.de/kvv/kh.php?jahr=2004&mon=04

    Zum Glück werden wir von Konkret darüber aufgeklärt, dass der „Musel“, wie man jetzt augenzwinkernd unter ex-Linksraduikalen sagt, bestenfalls irrational und unberechenbar ist, selbst wenn er von Demokratie spricht.

    Und überhaupt: Allah .. ganz wichig ist nämlich etwas anderes als Gott, quasi wild und gewalttätig. (Vielleicht sollte man diese Leute mal darüber aufklären, dass die arabsichen Christen auch „Allah“ anbeten)

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  4. „Eine Demokratie, deren Regierung die Vox populi exekutiert, ist eine democracia falsa.“

    Na was denn, da hat Gremliza doch völlig recht. Demokratie bedeutet eben nicht, dass die Regierung macht, was das Volk (mehrheitlich) will, sondern nur, dass das Volk das Herrschaftspersonal wählt. Sieht man ja auch hierzulande; die BW ist nach wie vor in Afghanistan, trotz klarer Mehrheit in der Bevölkerung für einen Abzug. Dass Gremliza trotz seinem Wissen um den Charakter demokratischer Regierungen diese (vermutlich, hab den Artikel ja nicht gelesen) ganz klasse findet, solange sie nur die Interessen Israels und des „freien Westens“ durchsetzen, weist ihn nur einmal mehr als Apologeten bürgerlicher Herrschaft aus. Oder anders gesagt, als konterrevolutionären Drecksack.

    Außerdem nervt der Schmock mit seinen völlig unnötigen Latinizismen.

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    1. Als kürzlich in der Schweiz von einem Referendum zur Wiedereinführung der Todesstrafe die Rede war, da habe ich auch gedacht, dass es manchmal doch besser ist, wenn die Bevölkerung über manche Dinge besser nicht abstimmen darf.
      Auf der anderen Seite ist es dann natürlich interessant WANN Gremliza solche Sätze einfallen. Nämlich nur dann, wenn seine, d.h. israelische oder US-Interessen auf dem Spiel stehen.
      Das tun sie nämlich, wenn sich die Ägypter dazu entschließen eine Demokratie zu wollen.

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  5. Sog. Linke oder auch sich selbst betitelnde Kommunisten wie Gremliza (und der gehört ja zur soften Abteilung) haben schon oft die größten Verbrechen gerechtfertigt und verteidigt. Ob nun Kronstadt, Moskauer Prozesse, Spanien, Kambodscha, die Bekämpfung der UdSSR in Afghanistan (O-Ton der Grünen: „Die Burka? Das ist doch eine traditionelle Tracht.“). Und man vergesse nicht die ganzen nationalistischen Bewegungen, die nach ihrer Machtergreifung kurzen Prozess mit allen Kommunisten und Sozialisten gemacht haben. Da reiht sich Gremliza und sein philo-/antisemitische Sumpf nur in eine gute „linke“ Tradition von Freund/Feind ein.

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    1. Und das sehe ich auch als Tragik eines Menschen wie Gremliza, der ja mit vielem, was er in den 1990er Jahren über Deutschland geschrieben hat, wahrlich nicht unrecht hatte. Seine ständige Sorge, dass Antisemitismus und Nationalismus nichts weniger als die Substanz dessen bilden könnten, was „Deutsch“ heißt, hat ihn abgleiten lassen, so dass er in konkret nun Beiträge vetantwortet, die in ihrem Hass gegen alles, was nicht der je eigenen Annahme von Welt entspricht, in ihrer Arroganz und Ignoranz ihres Gleichen suchen. Dass es dabei um Israel und seine Kritiker geht, macht die Sache so prekär, traurig – und gefährlich.

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    1. „Hasserfüllt“ erklärt den Geisteszustand dieses Bloggers wohl nur unzureichend… Hier haben wir es mit einer Seite zu tun, auf der u.a. die Leugnung der Shoa zumindest nicht in Abrede gestellt wird. Gut, dass ich die IP-Adresse (72.232.112.15) dieses Typen habe.

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