Israels Linke haben eine Chance: Dort, wo es weh tut.

Heiße Ware aus den Staaten! Der New Yorker bringt David Remnicks Porträt der israelischen Tageszeitung Ha’aretz, von den Anfängen bis in die Gegenwart. Die maßgebliche Rolle der aus Zwickau stammenden Familie Schocken wird ebenso gewürdigt wie die Arbeit großartiger JournalistInnen wie Amira Hass und Gideon Levy. Doch wie sieht die Zukunft eines Blattes aus, das wie kein anderes für ein offenes, pluralistisches und wahrhaft demokratisches Israel steht? Wenn die Besinnung auf das, was man Gewissen nennt, als liberal gilt, dann darf sich Ha’aretz mit Fug publizistisches Gewissen Israels nennen. Hat dieses Gewissen auch künftig noch eine Chance – auf dem israelischen Zeitungsmarkt und in den Köpfen der Leser? In Remnicks historischem Abriss geht es nicht nur um Ha’aretz. Erzählt wird die Geschichte des linken Israel.  Und wieder muss gefragt werden nach der Zukunft: Hat die Linke in Israel noch eine Chance? Auf parteipolitischer Ebene mag man dies kaum für möglich halten, und das sog. Friedenslager muss sich selbst ebenfalls Rede und Antwort stehen: Demonstrieren in Tel Aviv? Wozu noch? Zumal – und das liest sich womöglich zynischer als es beabsichtigt war: Uri Avnery wird nun einmal nicht jünger.  Wenn eine israelische Linke eine Chance haben will, dann nur Hand in Hand mit palästinensischen Partnern. Ich rede nicht von Mitabsolventen diverser Photoshootings mit Obama, Merkel oder Barroso. Ich meine Menschen an Orten wie Nabih Saleh, Ostjerusalem. Dort wo Protest vor Ort und in aller Konkretheit gelebt und praktiziert wird. Dort, wo es weh tut und gesehen wird. In diesem Zusammenhang darf ich einen weiteren Artikel aus einem US-amerikanischen Presseorgan empfehlen. Joseph Dana und Noam Sheizaf erzählen in The Nation, gewissermaßen aus dem Inneren einer sich gerade erst entwickelnden Bewegung, von einer neuen israelischen Linken.

2 Gedanken zu “Israels Linke haben eine Chance: Dort, wo es weh tut.

  1. ‚gewissermaßen aus dem Inneren einer sich gerade erst entwickelnden Bewegung, von einer neuen israelischen Linken‘

    Ich mag Deinen Optimismus. Hoffen wir, dass sich die Bewegung entwickelt und bald möglichst an Einfluss gewinnt.

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