(Keine) Nakba in Düsseldorf

Frieden in Israel-Palästina, soll er mehr sein als eine Floskel für Sonntagsreden, basiert auf Gerechtigkeit und Versöhnung. Letztere sind nicht zu haben, wenn die an dem Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern Beteiligten bereit sind, auch die eigene Rolle bei der Perpetuierung ebendieses Konflikts kritisch in den Blick zu nehmen. Zwingend damit verbunden ist die Bereitschaft, die Art und Weise, wie die jeweilige Gegenseite ihre eigene Geschichte erzählt, zumindest zur Kenntnis zu nehmen. Die Entscheidung der Stadt Düsseldorf, die Wanderausstellung zur Nakba („Flucht und Vertreibung der Palästinenser 1948“) nicht stattfinden zu lassen, ist ein Schritt in die falsche Richtung, auch wenn bzw. gerade weil es in diesem Fall mal wieder um die Frage einer angemessen praktizierten Nahostsolidarität geht.Ich hab mir die Ausstellung am vergangenen Sonntag in Osnabrück angeschaut, einen Tag, bevor es weitergehen sollte in die nordrhein-westfälische Landeshauptstadt,  , und ich frage sich: Was wollen die Düsseldorfer Verhinderer der Veranstaltung eigentlich erreichen? „Gefährliche Erinnerung“ ins Klo der Geschichte spülen? Die „Unfähigkeit zu trauern“ aktiv betreiben, indem man partout der Trauer, die durch die Nakba ausgelöst worden ist bzw. noch immer wird, einen Riegel vorschieben will? Solidarität mit Israel dadurch zum Ausdruck bringen, dass man auch außerhalb Israels das von der Knesset frisch verabschiedete Bürgerrechts- bzw. Loyalitätsgesetz in die Tat umsetzen will? Wer sind diese Leute? (Keine) Nakba in Düsseldorf – eine Katastrophe!

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