Richter Amnon Cohen greift durch

Wir schreiben Sonntag, den 14. November 2010. Sonntag ist Werktag in Israel.

Zutiefst schockiert und angewidert zeigte sich Amnon Cohen, Bezirksrichter in Jerusalem, als man ihm Bilder von den Wunden präsentierte, die Zvi Stock, als Siedler die illegale Kolonie „Esh Koresh“, Westbank, bewohnend, zusammen mit einigen Gesinnungsgenossen und Mittätern einem 15jährigen Palästinenser im Jahr 2007 zugefügt hatte. „F.“ war zusammengeschlagen, entführt und mit Benzin übergossen, dann aber doch nicht getötet, stattdessen mit verbundenen Augen und ohne Kleidung irgendwo ausgesetzt worden.

Zvi Stock war nicht zum ersten Mal aktenkundig geworden. Guter Rat war teuer. Schluss mit lustig. Richter Cohen vom Bezirksgericht Jerusalem, er verurteilte Stock nach Artikel 374 des israelischen Strafgesetzbuches wegen „Entführung einer fremden Person mit der Absicht, dieser körperlichen Schaden zuzufügen“. Er war zutiefst schockiert und angewidert. Und er bestrafte Stock, den Siedler. Zu 18 Monaten. Immerhin ohne Bewährung.

Yossi Gurvitz informiert uns:

Even though the assault was Strock’s second one – of F, at any rate; there may well have been others, unreported – and therefore it could not be argued this was his first offense, or an isolated incident; and even though Judge Cohen took care to say he was “deeply shocked and disgusted” when he viewed the photos of F’s wounds, his disgust did not move him to sentence Strock severely: He sentenced him to 18 months of imprisonment (which can be reduced by a third for good behavior), two years of suspended sentence, and a fine of 50,000 NIS (about 14,185 USD).

Ich bin mit Gurvitz einer Meinung:

Let’s imagine the opposite scenario: Cohen had to sentence a Palestinian who kidnapped and assaulted – twice! – a 15 years old Jewish settler, and killed one of his sheep for good measure. Let’s just say it wouldn’t be 18 months, but rather something nearer 18 years. Without parole for good behavior.

Sind doch alles nur Palästinenser. Ohne Gesicht. Ohne legitimen Anspruch. Ohne – viele Grüße nach Düsseldorf – eigene Geschichte.

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