Über Stephan Grigat: „Vom Furor teutonicus zum Furor muselmanicus“

Justus Wertmüller wird als sein Vorbild genannt. Im Wien-Blog der taz findet sich ein Porträt, das Stephan Grigat, gewissermaßen  Filialleiter antideutscher Bewegung, Bewegtheit und Befindlichkeit österreichischer Provenienz, gewidmet ist. Beschrieben werden Positionen und Werdegang der entsprechenden Szene in linken studentischen Milieus in der Hauptstadt Austriens. Ich weiß nicht, ob dies vom Autor des Artikels beabsichtigt ist, aber der Eindruck, der über den Austro-Antiantisemitismus und seinen lautesten Vertreter entsteht, ist alles Andere als serqucklich, da kann die kleine Einschränkung am Ende des folgenden Absatzes auch nichts dran ändern:

»Deutschland, die fromme Kinderstube«, notierte einst Heinrich Heine, »ist keine römische Mördergrube«. Die Mediokratie kennt das Dilemma; darum dürfen auf ihrer Bühne die Antideutschen pubizistisch den Brutus geben. Der Weg dieser Linksintelligenz hat in den letzten Jahren vom Furor teutonicus zum Furor muselmanicus geführt, und zu den seltsamsten Schulterschlüssen mit rechten Islamophobikern. Dass aber dieser Politizismus seine Vertreter zu einer extremistischen Agitationssekte herabsinken lassen wurde, diese Ansicht hat sich bisher nicht bewahrheitet.

Bisher. Was aber macht Grigat zu einem spannenden Intellektuellen? Die Substanz seiner Ideen kann es ja nicht wirklich sein. Eher im Gegenteil: Grigat funktioniert am ehesten als belebenden Element in Diskussionen, quasi als Diskurs-(Hyper-)Ventilator. Und ist der Zirkus noch so klein:

Im Augenblick lässt sich nur sagen, dass Grigat wie kein zweiter Autor in Wien außenpolitische Debatten in Schwung bringt: ob es nun um das Engagement der OMV in blutigen Diktaturen geht oder um die Lage der Homosexuellen im Iran. Dieser Publizist kuriert bürgerliche Kommentarseiten von ihrer gähnenden Langeweile.

– einer muss der Affe sein – Pinkwashing of Israel hin, Islamfeindschaft her.

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5 Gedanken zu “Über Stephan Grigat: „Vom Furor teutonicus zum Furor muselmanicus“

  1. Es fällt aber schon auf, daß alles was Israels zioniszisches Regime den Palästinensern antut, von den sogenannten „Antideutschen“, oder wie sier sich auch nennen den „Antinationalen“, verteidigt wird. Jeder, der in dieser Hinsicht einen kritischen Blick auf die Geschehnisse wirft, wird von diesen Leuten verbal angegriffen und gelegentlich sogar bedroht. Dies sind keine Linken, sofern sie dies überhaupt mal waren. Es handelt sich um neokonservative Strömungen, die vor allem versuchen, die Linke zu spalten.
    Es ist ein Phänomen, das sie auch mit der neuen Rechten gemein haben. Die neue Rechte ist pro Israel, prozionistisch.

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  2. Mit einigen der äussersten Rechten in der ÖVP hat er gemeinsame (pro-israelische) Sache gemacht, bis diese (Wiener Akademikerbund) wegen ihrer Forderung nach einer Aufhebung des NS-Verbotsgesetzes ins Gerede kamen und aus ihrer Partei ausgeschlossen wurden (die Zeitz als ohnehin von „Linksliberalen“ unterwandert sieht). Der spannende Intellektuelle hat sich dann von seinem Auftritt im Akademikerbund distanziert (er habe über den Verein nicht viel gewusst und der Abend sei schrecklich gewesen; vor allem hängt aber er sich das Opfermäntelchen um). Eine Herausforderung wäre es, konkret herauszuarbeiten, was ihn (und seinen Kreis) inhaltlich von Frau Sabbaditsch-Wolff (ist im Präsidium des Wr. Akademikerbunds, hält „Islam-Seminare“ an FPÖ-Akademie) unterscheidet

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