Die Anti-Defamation League und Mr Hirsch, der arme Tropf

Vorbemerkung: Fast hätte ich „Glückwunsch, Matthias Küntzel, Teil 2“ als Überschrift gewählt. Aber was kann ein Preisträger für die Hirnverbranntheit der ihm gewogenen Jury, nöch?

Ali Abunimah verweist auf Facebook auf einen schlimmen Vorfall in Santa Monica, USA. Am vergangenen Donnerstag ist in der kalifornischen Stadt auf dem Anwesen der Chabad House Lubavitch synagogue eine Bombe explodiert. Gott sei Dank, sind keine Personen zu Schaden gekommen. Die ermittelnden Behörden haben bereits herausgefunden, dass der Anschlag mit einem selbstgemachten Sprengstoffmittel verübt worden ist. Sogar ein Verdächtiger sei bereits ausfindig gemacht worden. Ron Hirsch ist der Synagogengemeinde und den zuständigen Ordnugnsorganen kein Unbekannter, und auch diesmal scheint er ganze Arbeit geleistet zu haben:

The F.B.I., the Los Angeles police and the Santa Monica police were still trying on Saturday to find and arrest Mr. Hirsch, who sometimes used the alias Israel Fisher, on state charges of possession of a destructive device and unrelated local charges.

“Hirsch is considered extremely dangerous,” Sgt. Jay Trisler of the Santa Monica Police Department said in a statement.

The explosion at 6:45 a.m. Thursday sent a metal pipe encased in concrete 25 feet into the air, before it fell onto the roof of a home near the synagogue. Material from the explosion grazed a wall of Chabad House Lubavitch.

Rabbi Isaac Levitansky was in the synagogue when the blast occurred. He said he learned of it only when the police evacuated 20 people from the synagogue and about 80 others from the area almost an hour later.

[Hervorhebungen von mir]

Doch jetzt kommt’s. Auftritt Amanda Susskind, Anti-Defamation League, Los Angeles. Die ADL ist jener Club, der Leute wie Matthias Küntzel für preiswürdige Antiantisemiten hält und in letzter Zeit eher durch fulminant-fanatische Hexenjagden auf Israelkritiker („= Antisemiten“) auf sich aufmerksam machte als durch wirksamen Protest gegen Rassismus, Antisemitismus und Gewalt vor Ort. Der geschilderte Vorfall fällt zweifelsohne in den Zuständigkeitsbereich der ADL. Doch hier überrascht uns Frau Susskind:

“We have no evidence of this being a hate crime at this point,” said Amanda Susskind, the regional director of the Anti-Defamation League in Los Angeles. “We have no file on this man as a member of any hate group. Some folks in the community knew him, and it seems like he was just a very troubled soul.”

Nicht, dass Frau Susskind nicht dazu berechtigt wäre, auf Behutsamkeit und genaues Hinsehen zu bestehen. Möglicherweise ist ihr sogar zuzustimmen: Es ist offenkundig, dass Mr Hirsch, gelinde gesagt, unter besonderen Problemen zu leiden hat.

Und dennoch: In Anbetracht der Rolle, in die sich die ADL – nicht nur in den USA – unter Führung von Mortimer Zuckerman mit voller Absicht begeben hat, nämlich die Rolle einer Propagandaorganisation, auf die sich die gerade die aggressivsten Verfechter einer Groß-Israel-Ideologie getrost verlassen dürfen, fragt man sich schon, wie Susskinds Befund ausgefallen wäre, hätte Mr Hirsch, der arme Tropf, es auch nur gewagt hätte, in die Rabatten des nächsten israelischen Konsulats zu pinkeln.

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