Da hatter recht, der Stephanos Mavros:

Viel wird über das Westjordanland wohl kaum berichtet und wenn überhaupt, dann geht es meist um Übergriffe militanter Palästinenser auf jüdische Siedler, oder anders herum.

Meist bleibt in den Meldungen keine Zeit, um über Ereignisse zu berichten, die nicht direkt mit dem Konflikt zu tun haben. Was dabei oft nur hängen bleibt sind Eindrücke von Siedlern, die mehr oder weniger radikal sind, und erbosten, bärtigen Palästinensern, denen es nicht einfallen würde, über Frauenrechte nachzudenken, und die kaum in der Lage sein dürften, ohne Waffengewalt auszukommen.
Alles halt, was die eine oder andere Seite als ideologisch brauchbar und würdig erachtet. Dabei fällt so manches unter den Tisch:
Wer würde schon glauben, daß es aber genau dort eine Gruppe von jungen palästinensischen Frauen gibt, die sich regelmäßig an Wochenenden auf Rennstrecken trifft, um gegen die Platzhirsche (i.e. männliche) anzukämpfen – und das ganz ohne Schleier!
Ob es nun, wie von Mavros erwähnt, um „Speed Sisters“ geht oder um andere interessante Entwicklungen, Details, Neuigkeiten und Tatbestände: Wer Palästinenser bzw. Palästina  anders – d.h. nicht unbedingt im Einklang stehend mit dem, was uns die Sachwalter unbedingter Solidarität mit der einen oder anderen gerechten Sache vorkauen wollen -, kennenlernen möchte, darf sich beschenkt fühlen von der Website Palestinian Surprises.
Die palästinensisch-amerikanische Journalistin Sherri Muzher hat es sich zur Aufgabe gemacht, Klischees und Vorurteile in bezug auf Palästinenser zu entlarven und zu widerlegen und gleichzeitig neue Einblicke in Geschichte, Kultur und Gegenwart der Palästinenser daheim und in der Diaspora zu eröffnen. Die von ihr konzipierte Website bietet nicht mehr und nicht weniger als eine Sammlung von Antworten auf die Frage: „Die Palästinenser? Was sind das eigentlich für welche?“ Einige dieser Antworten mögen erfahrenen Häsinnen und Hasen, die sich der „Sache der Palästinenser“ verbunden fühlen, sattsam bekannt vorkommen (Palästinensische Christen! Palästinensisches Bier aus Taybeh! PalästinenserInnen im jordanischen Königshaus! Uri Davis! Etc. pp.). Doch die eine oder andere Überraschung verdient ihre Bezeichnung in der Tat: Die Einträge über die oben bereits erwähnten „Speed Sisters“ oder „Jaffa Orangen“ oder den Anteil von weiblichen Richtern an islamischen Gerichten sind nur einige wenige Beispiele. Das Durchstöbern der Wundertüte sei hiermit ausdrücklich empfohlen.
Palestinian Surprises, eine liebevolle, liebenswerte Seite, auf der das Leben gefeiert wird. Palästinensisches Leben.

Ein Gedanke zu “Nichts für Ideologen: Palestinian Surprises

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