Tony Kushner (Bild: nydailynews.com)
Tony Kushner (Bild: nydailynews.com)

Aus den Jahren 1544 oder 1545 stammt das folgende Zitat des spanischen Humanisten im Dienste Karls V., Juan Ginés de Sepúlveda, der sich zur spanischen Eroberung Amerikas und der Unterwerfung der dort lebenden Ureinwohner wie folgt äußerte:

Indianer sind ihrer Natur nach Barbaren, Sklaven … und dies wiederum bedeutet, dass sie sich gemäß einer natürlichen Gerechtigkeit, dem Europäer unterwerfen müssen. Dies wiederum ist ein göttliches und ewiges Gesetz, welches unbedingt befolgt werden muss. Recht und Pflicht zur Abschaffung des Kannibalismus, Götzendienstes und der Menschenopfer, letzteres mit besonderem Nachdruck.

Im Jahr 2011 vernehmen wir diese bedeutenden Worte aus dem Munde von Jeffrey Wiesenfeld. Hier:

Ich denke, für uns alle ist Fairniß geboten, … besonders in Anbetracht der Tatsache, dass sich der Staat Israel, unser einziger Verbündeter in der Region [des Nahen und Mittleren Ostens] in einer Gegend befindet, wo fast überall Regierungen an der Macht sind, die fast überall [sic!] frauenfeindlich, homosexuellenfeindlich und antichristlich eingestellt sind.

Und, es geht noch schlimmer, befragt von einem Reporter der New York Times, ob Palästinenser nicht die gleichen Menschenrechte wie israelische Juden zu genießen hätten, kritisiert Wiesenfeld zunächst den Fragenden, denn:

Sie stellen beide beide moralisch auf eine Stufe.

Gemeint  sind Palästinenser und israelische Juden. Das ist Wiesenfeld schon bewusst:

Leute, die für den Tod ihrer Kinder beten, sind keine Menschen. […] Sie haben eine Kultur [daraus] entwickelt, die es so in der Menschheitsgeschichte noch nicht gegeben hat.

Wie war das noch: „Letzteres mit besonderem Nachdruck“? Jeffrey Wiesenfeld, ein ganz gewöhnlicher Rassist, hat es nur deshalb in die Schlagzeilen geschafft, weil er sich in seiner Funktion als trustee der City University New York (CUNY) mit Händen und Füßen gegen die Auszeichnung des Schriftstellers Tony Kushner mit der Ehrendoktorwürde besagter Hochschule  gewehrt hat. Wiesenfeld hält Kushner aufgrund dessen kritischer Einstellung zu zentralen Aspekten der  israelischen Geschichte und Gegenwart für einen jüdischen Antisemiten. Was Kushner selbst zu sagen hat, ist seinem Brief an CUNY zu entnehmen. Mittlerweile scheint das Verhalten Wiesenfelds auch bei anderen nicht gänzlich unumstritten  zu sein.

(Übersetzungen aus dem Englischen von mir)

Ein Gedanke zu “Sepulveda? Wiesenfeld!

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