Die jüdische Aktivistin Rae Abileah versucht, Netanyahu bei seiner Rede vor dem US-Kongress zu stören
Die jüdische Aktivistin Rae Abileah versucht, Netanyahu bei seiner Rede vor dem US-Kongress zu stören

Für Schlesinger hat Benyamin Netanyahu bei der seiner Rede vor dem US-Kongress das Totenglöckchen für einen lebenskräftigen Staat Palästina (rhetorisch) bimmeln lassen. Zudem hat er den Anwesenden, den maßgeblichen Meinungsvertretern der einzig verbliebenen Supermacht auf Erden kräftig eingebläut, dass es bei der Betrachtung des Nahostkonflikts eben nicht um facts on the ground gehe, sondern um Glaubenssätze. Von was für unhinterfragbaren Voraussetzungen Israels Ministerpräsident  ausgeht, ist nicht weiter überraschend:

Erstens: Israel ist und bleibt die einzige wahre Demokratie im Nahen und Mittleren Osten, und dafür gebürt Israel Dank, denn man könnte u.U. auch anders:

“Ich nehme das als einen Ehrentitel an. Das ist wahre Demokratie! So etwas wäre nicht möglich in den Schein-Parlamenten von Teheran oder Tripolis.”

So gelassen und schnell reagierte Israels Premier Benjamin Netanjahu auf den Zwischenruf einer Zuhörerin “no more occupation, end Israeli war crimes“, als er gestern vor beiden Häusern des US Kongresses seine Rede zur Lage im Nahen Osten gab.

Zweitens  erklärte Netanyahu dem, wenn nicht gerade zu einer von 29 stehenden Ovationen hingerissenen, andächtig lauschenden US-Kongress:

Unser Konflikt ging nie um die Gründung eines palästinensischen Staates. Es ging immer um die Existenz eines jüdischen Staates”

Kein Wunder, dass der israelisch-palästinensische Konflikt noch immer und trotz allem als ein religiöser Konflikt wahrgenommen wird…

8 Gedanken zu “Israel-Palästina: Doch ein Glaubenskrieg?

  1. Es ist und bleibt eine „neverending story“,da immer dafür gesorgt wird das auf einer der beiden Seiten die „Hardliner“ das sagen haben.Mal bei den Palästinesern,dann geben sich die Israelis Kompromissbereit und umgekehrt….So wird das im Leben nichts.Ist vielleicht auch so beabsichtig, wenn man die „demographische Bombe“ mit in betracht zieht.Derweil vegetieren im grössten Freiluft-KZ der Welt(laut „offiziellen UNO-Bericht“!!!)Millionen Menschen vor sich hin,wenn der Friedensprozess(respektive Vernichtungsprozess) sich noch weitere Dekaden hinzieht,gibt es nichts mehr zu verhandeln,dann ist Palästina nämlich ausgestorben.Ich erwarte also weiterhin ein Spiel auf Zeit aus israelischer Sicht.Die Merkel -Doktrin sozusagen,“Aussitzen“ bis keiner mehr da ist sich zu erinnern.Das ist der Stand der Dinge aus meiner Sicht,traurig aber wahr…Der Mensch ist und bleibt ein Raubtier und zwar ,man muss es sagen,unabhängig von Ethnie und Religion.So long…

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    1. Es besteht nun die Herausforderung darin, den Konflikt als eben nicht unendlich anzusehen. Es besteht die Herausforderung darin, beide Seiten eben nicht als völlig ebenbürtig bzw. identisch darzustellen. Besatzer und Besetzte auf eine Stufe zu stellen – das ist mehr als problematisch. Und es besteht eine Herausforderung darin, wann immer man die Neigung verspürt, Israel zu kritisieren, dies eben nicht mit Rückgriff auf irgendwelche NS-Vokabeln zu tun. Mit anderen Worten: Wenn Du die Vokabel „Merkel-Doktrin“ einführst, sage ich: Lassen wir die Spiegel-stern-Bild-Axiomatik.
      Und dann wird sich alsbald herausstellen: Aus dem ach so uralten, gar biblischen, „Bruder-Krieg“ (*hüstel*) wird ganz schnell eine geopolitische Auseinandersetzung.

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