Die jüdische Siedlung Pisgat Zeev hinter der Mauer (AP)
Die jüdische Siedlung Pisgat Zeev hinter der Mauer (AP)

Ortschaften und Städte, die nach Persönlichkeiten benannt werden, das kennen wir: Karl-Marx-Stadt, St.-Petersburg, Stalingrad. US-Präsident Obama wird nun eine Ehre zuteil, um die ihn der gesamte US-Kongress (29 stehende Ovationen für Friedensfürst Netanyahu!) und andere Zionisten gewiss beneiden werden. So hat die israelische Regierung nun einer Gruppe jüdischer Siedler  nicht nur den Bau einer neuen Siedlung zwischen Jerusalem und der Groß-Siedlung Maale Adumim (Westbank) genehmigt. Auch der Name der entstehenden Kolonie fand Wohlgefallen:

In a move that comes as gesture of deep gratitude, the Israeli government permitted an extreme rightwing Israeli association to name a new settlement Obama. The building of settlements makes the establishment of a connected Palestinian state an impossible task.

Bulldozers started to pave the way for the settlement a day after Obama gave his speech to the American Israel Public Affairs Committee (AIPAC) annual conference. The construction of the settlement comes in the larger context of a Judaisation project that aims to link Jerusalem to the city of Ma’ale Adumim, north east of Jerusalem.

The location of the Obama settlement is along the main road that connects the West Bank’s northern and southern regions; a consequence of building the settlement would therefore be to separate those territories permanently.

In order to make concrete the reality of settlement in these territories, the Israeli government has decided to move its police headquarters next to the Obama settlement.

Israeli radio reported that this step came to honour Obama’s positions in solidarity with Israel which he disclosed to his audience at the AIPAC conference.

Israeli official sources mentioned that the Israeli step comes in the framework of the strategy “Greater Jerusalem,” which aims to change the demographic nature of Jerusalem, raising the number of Jews to one million, a project put forth by former Israeli prime minister Ariel Sharon.

Falls das alles stimmt, ist ein Staat Palästina, der zumindest in Teilen an Ostjerusalem angrenzt, endgültig vom Tisch. Die einzige Frage wird noch sein: Wird Barack Obama bei der feierlichen Einweihung von „Obama“ persönlich zugegen sein – oder wird er seinen bis dahin installierten neuen Nahost-Sondergesandten schicken? (Via Today in Palestine)

4 Gedanken zu “Eine Siedlung namens „Obama“?

  1. Das sehe ich anders.
    Diese „Würdigung“ des US-Präsidenten ist dreist, oberdreist. Und als solche will sie auch gesehen werden.
    Da fühlt sich jemand sehr obenauf, absolut unangreifbar und siegesgewiss.
    Und lassen Obama nicht mal das Gesicht wahren.
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    1. Irgendwie neige ich dazu, Euch beiden recht zu geben. Obama ist abzunehmen, dass er sich der Verhältnisse, unter denen Palästinenser zu leben haben, bewusst ist, aber er verfügt nicht, und das ist ein Armutszeugnis für ihn, offenkundig nicht über geeignete Mittel, seinen Einfluss geltend zu machen, damit die Betroffenen das auch mitbekommen…

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  2. Ich möchte auf etwas Anderes hinaus.
    Das mit dem „mächtigsten Mann der Erde“, der Objekt solcher Verächtlichmachung seitens seines engsten Bundesgenossen wird, ist m.E. eher ein Nebenwitz.
    Man kann es nicht vorhersagen, aber irgendwann in naher Zukunft wird Israel die eine oder die andere Frage definitiv beantworten müssen, ohne Ausflüchte oder irrelevante Friedensangebote:
    Entweder der Staat Palästina wird von der UN-Vollversammlung neu aufgenommen, und damit stünden Soldaten und Siedler als Okkupanten auf fremdem Staatsgebiet mit allen rechtlichen usw. Folgen, oder: Möchte die einzige Demokratie des Nahen Ostens ihren neu hinzugewonnenen Staatsbürgern gleiche Rechte einräumen, die sie aber seit langem nichtjüdischen Israelis vorenthält?
    Vielleicht gibts ja wieder mal einen Treppenwitz der Geschichte. Und dann wäre das schöne Städtchen „Obama/Republik Palästina“ der erste Ort, in dem wirkliche Gleichberechtigung der Rassen, Religionen und Pässe durchgesetzt ist! Dann wäre der Name eine Ehre!
    Jetzt ist er eine Schande – das haben sich die Rechten in J. vielleicht nicht bis zu Ende durchdacht: Ein Wehrdorf mit offen rassistischen Siedlern nach dem ersten schwarzen Präsidenten der USA zu benennen…

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