J 14: „diese Bewegung, die Grenzen durchbricht und Trennungen aufhebt“

"Ägypten ist hier" (Tel Aviv, 6.8.2011, Bild: Oren Ziv)
"Ägypten ist hier" (Tel Aviv, 6.8.2011, Bild: Oren Ziv)

Dimi Reider über die gigantische Demonstration in Tel Aviv am vergangenen Samstagabend.

Es wäre übetrieben zu sagen, den Protestierenden gehe es ganz bewusst darum, bestehende Klüfte und Grenzen zu überwinden. Doch eine der nicht für möglich gehaltenen Leistungen dieser Bewegung – die ja in ihrer Zusammensetzung an sich schon einen gigantischen Erfolg darstellt – besteht eben darin, dass ebendiese Grenzen nicht mehr so relevant erscheinen wie das, was Menschen zusammen bringt. Wir haben es versäumt, der Besatzung ein Ende zu bereiten,  wir haben uns nicht ernsthaft genug gegen sie gewehrt, aber diese Bewegung, die Grenzen durchbricht und Trennungen aufhebt, könnte die Besatzung u.U. aushöhlen.

[Übersetzung von mir]

Und ich sag nur: 300 000 Menschen – vielleicht sogar mehr –  auf der Straße.

Und: Borussia siegt in München…

3 Gedanken zu “J 14: „diese Bewegung, die Grenzen durchbricht und Trennungen aufhebt“

  1. Da bin ich nach dem, was ich über j14 lese, weniger optimistisch. Da protestiert der Mittelstand – und will „sich das Land zurückholen“. Nur ganz am Rande wird thematisiert, dass die Missstände vor allem auch darauf beruhen, dass ein viel zu großer Teil des israelischen Budgets für Militär und Subventionen für Siedlungsbau ausgegeben wird und dann für anderes fehlt. Das zu thematisieren macht die, die das tun, zu „Feinden des Zionismus“ – gab es gestern. Ein Zelt „j1948“ wurde angegriffen.

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    1. Lies Dimi Reiders Beitrag. Er geht auf genau die von Dir geäußerten Einwände recht überzeugend, wie ich finde, ein: Die Leute sind nicht mit „Altruismus“ – ich überspitze mal – auf die Strße zu bringen: Es geht um „reale“ Ängste und Sorgen, und die haben nach Reiders Worten dazu geführt, dass Likudnuks sich verbünden konnten mit Baladleuten und mit Hadash, u.a.

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  2. das hier verlinkte video unterfüttert die hoffnung auch von Dimi Reiders,
    die rede von shira ohayon auf der samstagsdemo 6.august,

    das die bewegung solidarität praktiziert und teilweise nationale identitäten unterminiert.
    Der fakt das hatikva und levinsky neighborhoods auf der demo gemeinsam mit jaffa einen demoblock bilden und arabische slogans aus ägypten oder tunesien schreien ist wirklich ein novum und ziemlich beeindruckend. Und nebenbei bemerkt: das 1948 tent steht nach meinen informationen noch und die rechtsradikalen siedler wurden rausgeschmissen.
    dan

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