Vor seinem Gang nach New York drohte Abbas Blair mit Auflösung der PA!

Das ist interessant: Im Vorfeld der palästinensischen Bewerbung bei der UN hat es in der jordanischen Hauptstadt Amman ein Treffen gegeben zwischen Mahmoud Abbas und dem Sondergesandten des Nahost-Quartetts, Tony Blair. Nach Informationen der Zeitung Al Quds und des israelisch-palästinensischen Journalisten Aziz Abu Sarah ist es dabei nicht zu den üblichen Dünnbrettbohrereien gekommen: Im Falle des Scheiterns der palästinensischen UN-Initiative schloss Abbas gegenüber Blair nicht aus, dass es zu einer Auflösung der Palästinensischen Autonomiebehörde kommen könne. Dass besagtes Scheitern lediglich den Anlass, nicht aber den tieferen Grund für eine Auflösung der PA bilden würde, deutete Abbas denn auch in seiner UN-Rede an: Israels Siedlungspolitik zerstöre jede Hoffnung auf die Regelung des israelisch-palästinensischen Konflikts im Sinne der international als gesetzt geltenden Zwei-Staaten-Lösung. Zudem unterminiere sie die Arbeit der Palästinensischen Autonomiebehörde.
Und auch dies sollte nicht unerwähnt bleiben: Nach Angaben von Abu Sarah wies Abbas einen Konfliktlösungsvorschlag des Quartetts zurück, den Blair ihm in genannten Treffen unterbreitet hatte:

„Abbas was quick to reject Blair’s proposal for its bias toward Israel.“ Etwas Schlimmeres könnte Israel, den USA und dem Quartett, das so nutzlos ist, das man mit ihm nicht einmal Karten spielen kann, nicht passieren, als dass Mahmoud Abbas die Auflösung der Palästinensischen Autonomiebehörde verkündete. Nur zu gut weiß Abbas um die eigentliche Funktion der von ihm repräsentierte Behörde:
Alquds quoted Abbas as saying, “I will return to the Palestinian leadership, which will make a decision on whether the time has come for Israel to re-assume its responsibility as an occupying authority.” He also said, “We will not keep the Palestinian Authority as a name.”

[Hervorhebung von mir]
Mehr als deutlich geworden ist, dass es, wenn überhaupt noch, die Palästinensische Autonomiebehörde ist, die einer Zwei-Staaten-Lösung ernsthaft eine Chance zu geben bereit ist – in Wort und Tat. Israel, Amerikaner und die anderen Konfliktprofiteure, die sich Nahost-Quartett nennen, tun dies in keiner Weise. Ob es sich dabei um die optimale Option handelt, steht natürlich auf einem anderen Blatt.

Zur Diskussion um die UN-Auftritte von Abbas und Bibi hat der hochverehrte Herr Mercator eine internationale Presseschau zusammengestellt. Und auf Electronic Intifada finden sich sämtliche Dokumente zur palästinensischen UN-Bewerbung, vom Anschreiben an UN-Generalsekretär Ban Ki-moon über das Bewerbungsschreiben an sich bis hin zur Urkunde zur Ausrufung des Staates Palästina.

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