Warum kann Israel mit Hamas verhandeln, nicht aber mit Mahmoud Abbas?

Noch ist das Plakat nicht völlig veraltet...
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Es ist gut, dass Gilad Shalit frei ist. Und für die palästinensischen Befreiten ist ebenfalls Freude angesagt. Aber ist es nicht doch seltsam, dass Israels derzeitige Regierung unter Ministerpräsident Netanyahu einen Deal mit Hamas auszuhandeln in der Lage ist, nicht aber mit der von Fatah-Mann Abbas geleiteten Palästinensischen Autonomiebehörde? Israel ist mit einer Organisation ins Geschäft gekommen, die, so der jüngste Nahost-Leitartikel der New York Times, für den Beschuss israelischer Häuser verantwortlich ist, die es mit dem ansonsten als sakrosankt geführten Existenzrecht Israels ebenfalls nicht so wirklich genau nimmt und die angekündigt hat, nach der Freilassung Shalits weiterhin auf Entführung und Geiselnahme nicht verzichten zu wollen.

Könnte es sein, dass das wahre Schreckgespenst für die israelische Regierung nicht etwa palästinensische Extremisten, sondern eine – nach dem Maßstab dessen, was die sog. internationale Gemeinschaft darunter versteht – moderate Instanz, die  für sich in Anspruch nimmt, die Interessen der Palästinenser zu vertreten und dabei Versöhnung und Ausgleich mit Israel anstrebt?

Wahrlich kein neuer Gedanke, es ist ja ein lediglich offenes Geheimnis, dass israelische Regierungs-, Militär- und Geheimdienstkreise zu Zeiten der Ersten Intifada die Entstehung der Hamas als islamistisches Gegengewicht zur säkularistisch orientierten PLO mitförderten.

Ein Gedanke zu “Warum kann Israel mit Hamas verhandeln, nicht aber mit Mahmoud Abbas?

  1. „Könnte es sein, dass das wahre Schreckgespenst für die israelische Regierung nicht etwa palästinensische Extremisten…….“

    Interessanter Gedanke,vor allem, wenn man bedenkt, dass gerade in den letzten Jahren auf das Konto palästinensischer Extremisten – im Gegensatz zu früheren Jahren – eine überschaubare Zahl von Opfern gegangen ist.
    Andererseits haben sie aber immer die nützlichen Idioten abgegeben, die als Grund für die abstrusesten „Sicherheitsvorkehrungen“ herhalten mussten sowie als „Verhandlungshindernis“.
    Gestern wurden ja die ersten 477 Gefangenen freigelassen, die restlichen 550 sollen in 2 Monaten folgen. Wer`s glaubt wird selig!
    In entsprechend rabiaten Blogs liest man sogar schon Forderungen, jetzt den Gaza-Streifen (in dem ja nun kein israelischer Soldat mehr ist, der dabei Schaden nehmen könnte) zusammenzubomben.

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