Deutscher Terrorismus

Während die Bundesregierung fleißig an ihrer Gleichmachungskampagne „rechts gleich links“ weiterstrickte und sich diverser Grusel-Schauer angesichts eines „Wiederauflebens“ linksextremistischer Terror-Taten nicht einmal klammheimlich erfreute, schlug der braune Terror, den man einwandfrei im Griff gehabt haben wollte, zu. Hierzu Roberto J. De Lapuente:

Nun kristallisiert sich ein Netzwerk rechtsterroristischer Mörder heraus, eine BAF, Braune Armee Fraktion, die seit Jahren ihr Unwesen treibt. Jetzt läßt es sich eben nicht mehr verstecken. Die Mordserie, die offiziell als Mordserie Bosporus, in der Presse abschätzig als Döner-Morde bezeichnet werden, wurden bereits mehrmals bei Aktenzeichen XY thematisiert. Einige Fälle wurden im Laufe der Jahre präsentiert – dass die Morde zusammenhängen, wusste man schon damals. Man gestaltete es aber so, dass man sie als innertürkische Angelegenheit abtat – Türkenmafia oder dergleichen. Einen rechten Hintergrund wollten die Behörden jedenfalls nicht herausfiltern. Ohne so einen Hintergrund war es bequemer – und es passte vermutlich ins innenministeriale Konzept, den rechten Terrorismus zu verharmlosen.

Man muß sich gründlich fragen, ob die ermittelnden Behörden geschlampt haben oder ob das Innenministerium mitsamt Kläffer an der Front, Minister des Inneren genannt, nicht reges Interesse daran hatte, solcherlei Fälle zu entwerten, um sie dem Konzept „Forcierung angeblich linken Terrors“ nicht in die Quere zu werfen. Helfershelfer des Terrors? Es wäre infam zu behaupten, das Innenministerium würde Terrorismus dulden. Aber ihn kleinhalten, unter den Teppich kehren, um ihn kein Spektakel machen: das hat es schon getan. Gezielt vielleicht; möglicherweise auch arglos – in jedem Fall nach ideologischem Kodex, wonach das Linke der Terror der Zukunft ist, nicht das Rechte.

4 Gedanken zu “Deutscher Terrorismus

        1. Passend dazu Jan Feddersen in der taz:

          In jedem Namen steckt Identität, eine immer höchst komplexe, das heißt individuelle, unteilbare. Das Worte „Türke“ stimmte schon faktisch nicht, weil ein Opfer griechischer Herkunft war. Aber, sofern deren Angehörige es nicht ausdrücklich anders wünschen: Ist es nicht eine Frage des Respekts, die Ermordeten wenigstens, wie es manche Zeitungen vorige Woche machten, beim vollen Namen zu nennen?

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