Beate Klarsfeld for President…

Und noch ein Gedanke zu dieser schmierigen Affäre Wulff/Gauck/ Schramm/Bundespräsident.  Demnach kommt auch Beate Klarsfeld für das höchste Amt im deutschen Staate in Frage.  Mit einer schallenden Ohrfeige machte sie einst von sich reden. Lang lang ist’s her. Gladbach war noch nicht einmal Meister geworden. Kiesingers gerötete Wange war einer der Tabubrüche in der Geschichte der alten Bundesrepublik. Und hier kommt nun ein weiterer von Klarsfeld. Neben dem praktischen Indikativ beherrscht die Bewerberin offenbar auch den Konjunktiv – und zwar den irrealsten überhaupt. Es geht Klarsfeld um Israel:

Das Beste wäre es gewesen, wenn die Israelis nach dem Sechs-Tage-Krieg die besetzten Gebiete wieder vollständig zurückgegeben hätten.

Heilig’s Blechle! Holy crap. Das hat gesessen.

Klarsfeld könnte Bundespräsidentin werden. Und weil aber in einer Postdemokratie wie der hiesigen jeder Tabubruch schleunigst abgefedert werden muss, kann Klarfeld die von ihr gemachte Aussage natürlich nicht so stehen lassen. Was sollte ein Benyamin Netanyahu denken? Was Shimon Peres? Was Iris Berben? Und wie verwirrt könnten palästinensische Gesprächspartner reagieren, wenn auch nur die Aussicht bestehen könnte, dass ihnen von der Spitze dieses Staates keine ungebetenen Ratschläge im Umgang mit den Israelis erteilt werden würden (Terror stoppen, Israel“endlich“ anerkennen, Realitäten akzeptieren, Wahlen abhalten, die keine bösen Überraschungen bringen, was tun für das ganze Geld etc.)?

Und so korrigiert sich Klarsfeld selbst. Zum einen mit einer nur schwerlich zu beweisenden Behauptung. Wie gesagt:

Das Beste wäre es gewesen, wenn die Israelis nach dem Sechs-Tage-Krieg die besetzten Gebiete wieder vollständig zurückgegeben hätten.

Und nun das:

Aber das ist jetzt natürlich zu spät.

„Natürlich“? „Zu spät“? Gut möglich. Zwischen all den Siedlungen und By-pass roads der Israelis kann ja auch kaum ein ordentlicher Staat existieren. Gaza ist ab vom Schuss (Wortspiel nicht beabsichtigt), Ostjerusalem abgeschnitten. Aber so meint die potentielle zukünftige Staatschefin der Herzen das gar nicht. Leider hat die Klarsfeld – Überraschung! – inen krätigen Schluck aus der Pull mit der Aufschrift „Hasbara“ genommen. Schuld war nur der Bossanova – und die „arabischen Staaten“:

Das Problem ist nach wie vor, dass Israel von arabischen Staaten umgeben ist, die es von der Landkarte tilgen wollen. Dagegen muss Israel sich selbstverständlich verteidigen.

Kein Wort über die Palästinenser. Nichts. Nullinger. Nada. Palästinensern wird Land geraubt, weil sich die Israelis gegen arabische Staaten – böse böse böse – zur Wehr setzen dürfen. Sagt Klarsfeld, Frau Bundespräsidentin in spe. Bekannt geworden ist Klarsfeld nun aber nicht – damit das klar ist – als begnadete Konjunktiv-Künstlerin oder als als Propagandistin eines Besatzungsregimes bar jeder Verantwortung – Klarsfeld ist „Anti-Nazi-Aktivistin“ (Kölner Stadtanzeiger). Und deshalb – Achtung, hier kommt eine Indikativ-Konjunktiv-Kombination:

Und es gilt noch immer: Hätte 1933 Israel existiert, wären die Juden nicht aus allen Ländern deportiert worden.

Und am Ende noch zwei weitere Platitüden aus dem Reservoir jedes Mitarbeiters der PR-Abteilung jeglicher israelischen Botschaft:

Natürlich gibt es in Israel interne Probleme , doch das Land ist eine Demokratie.

Tja, wenn das so ist… Gauck kann einpacken – PR-Maschine hin oder her. Den doppelten Konjunktiv beim Erwecken des Anscheins, etwas Substantielles zu sagen, beherrscht Beate Klarsfeld offenbar genauso gut.

2 Gedanken zu “Beate Klarsfeld for President…

  1. Naja, wenn Israel eine Demokratie ist, dann kann man ja nix dagegen sagen, oder? Und wenn man mal einem Altnazi eine runtergehauen hat, ist man für alle Zukunft der sachlichen Kritik enthoben? Etwa so wie Israel?
    Meine Empfehlung: Nicht verwirren lassen! Antisemiten sind überall!

    Gefällt mir

  2. so ehrenwert es war, den gaswagen-entwickler rauff in chile zu „jagen“, so bezeichnend ist es doch, dass für klarsfeld die tausenden opfer pinochets nie ein thema waren, ebensowenig wie die israelische unterstützung dieses regimes (die in den jahren von carters distanz zu ihm besonders intensiv war; im gegensatz zu seinen argentinischen counterparts hat sich pinochet jedes antijudaismuses enthalten).

    wo klarsfeld heute steht, ist klar angesichts ihrer unterstützung für die drop-the-bomb (auf iran)-kampagne

    Gefällt mir

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s