„Gib mir meine Lebenszeit zurück!“

Das möchte man Samuel Salzborn ins Stammbuch schreiben – nachdem man seine Replik (Zeitschrift für Politik, Nr. 1 /2012)  auf Peter Ullrichs und Alban Werners Kritik an der von ihm mitverantworteten „Studie“ zum (vermeintlichen) Antisemitismus in der Partei Die Linke gelesen hat. Ullrich und Werner, so Salzborn „verstecken sie ihre politische Ablehnung unserer [Salzborns und Sebastian Voigts]  Interpretationen hinter methodisch aufgeblasenen Scheinargumenten.“

Und überhaupt:

Die Unterstellungen, mit denen aber politischen Differenzen in einer pseudowissenschaftliche Kritik an unserem methodischen Vorgehen versteckt werden sollen, dürfen allein schon deshalb nicht unwidersprochen bleiben, weil der positivistische Mantel, den sich Ullrich/Werner umhängen, selbst eine problematische demokratietheoretische Kehrseite hat, die implizit mit den Wissenschafts- und Erkenntniskategorien der repräsentativen Demokratie bricht.

Wie dem auch sei:

Insofern widersprechen wir dem Vorschlag von Ullrich/Werner mit aller Entschiedenheit, Antisemitismus nicht mehr als Antisemitismus zu benennen und ihn in einer kuschelig-harmonischen »Grauzone« verstecken zu wollen, die letztlich nur der Integrität und Homogenität der Linkspartei nutzt.

Tja, da haben wir es also endlich. Diese wenigen, von meiner Wenigkeit dreist aus dem Gesamtzusammenhang gerissenen, Zitate dürften schon ausreichen, um erstens den Stil des Autoren zu verdeutlichen. Stil… Schreibstil… und auch sonst. Anderen Pseudowissenschaftlichkeit vorwerfen, wo man doch selbst nichts Anderes tut, als sich als Worthülsenpacker der edelsten Sorte zu präsentieren, das hat was. Und letztlich geht es Salzborn – und möglicherweise seinem Mitstreiter Voigt? – doch nur darum, es sich in seinem Gebetseckchen bequem zu machen.

Wieviel Papier verschwendet, Druckerschwärze verballert und Hirnschwulst versprüht wurde, nur damit man Kritikern der eigenen Position doch nur mit dem A-Wort zu kommen – bekommt man davon kein Sodbrennen? Und: Sollte man vom Autoren einer „Studie“, die von beinahe sämtlichen Fraktionen des Bundestags als Offenbarung gefeiert und entsprechend abgenickt worden ist, nicht ein Mü mehr an Souveränität erwarten können? Ist es in der Wagenburg denn so ungemütlich?

Und Peter Ullrich? Der kann es, scheint’s, auch niemandem recht zu machen – und dadurch vieles richtig.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s