Streitgespräch mit Ali Abunimah. Oder: Hat Jonathan Tobin das nötig?


Hier die Aufzeichnung einer Debatte, die kürzlich auf Democracy Now ausgestrahlt wurde. Es geht um die Ergebnisse, zu welchen die von der israelischen Regierung eingesetzte Levy-Kommission gelangt ist. Demnach soll Israel nicht als Besatzungsmacht in der Westbank anzusehen sein. Jüdische Siedlungen in besagtem Gebiet sollen nicht illegal sein. Letzten Endes soll die Besatzung keine sein. Miteinander im Clinch liegen Ali Abunimah und Jonathan Tobin, der sowohl für das amerikanisch-jüdische Blatt Commentary als auch für das israelische Rechtsblatt Jerusalem Post schreibt.

Die Positionen in dem Streitgespräch sind klar. Man muss nicht einmal besonders gut Englisch können, um zu verstehen, was die beiden zu sagen haben. Ali Abunimah führt Tobin im Verlauf des Gesprächs gehörig in die Enge. Und daran tut er gut.

Man fragt sich bei Tobin wirklich: Glaubt dieser Man eigentlich wirklich, was er da sagt? All die alten und abgehangenen Sprüche über die vermeintliche Sturheit und Intransingenz der Palästinenser? Über das drohende Ende des Staates Israel, sollte es allen Bewohnern Israel-Palästinas erlaubt werden, gleichberechtigt und friedlich leben zu können?

Abunimah bleibt nicht eben gelassen angesichts dessen, was Tobin, der sich in den Staaten als Mitglied der kritischen Intelligenzja zu wähnen berechtigt fühlt, aber wer kann es ihm verdenken, bei all dem Rassismus, den Tobin absondert? Das Bild des uneinsichtigen Palästinensers, der sich und seine Brut auch noch vermehrt wie Unkraut und somit eine demographische Gefahr für den die Wüste zum Blühen bringenden israelischen Juden darstellt – es ist ekelhaft, was dieser Mensch erzählt. Auch wenn er sich „nur“ auf Shimon Peres bezieht.

Was bewegt einen Jonathan Tobin, an einer von Democracy Now ausgestrahlten Diskussion mit Ali Abunimah teilzunehmen? Schiere Uninformiertheit bezüglich seines Gegenparts? Bodenlose Arroganz – entsprechend sein Auftreten während des Gesprächs? Oder haben wir es bei Tobin um einen Überzeugungstäter zu tun, einem Propagandisten, der auch noch seiner eigenen Propaganda zu glauben gewillt ist? Einem durch und durch indoktrinierten, autoritären Charakter?

Hat es Jonathan Tobin nötig, sich auf die im Video vorgeführte Weise präsentieren zu lassen bzw. sich selbst darzustellen? Als schnöseliger Salon-Zionist und Rassist? Hat er das wirklich nötig? Offenbar schon.

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