Die „Sünde des Siebten Tages“, zur Tugend erhoben

Yeshayahu Leibovitz sprach von der „Sünde des Siebten Tages“ und meinte damit die israelische Besatzung von Westbank, Golan, Sinai und Gazastreifen als Resultat des hierzulande als solchen bezeichneten Sechs-Tage-Krieges 1967. Das frisch gegossene Bündnis zwischen Netanyahus Likud-Block und Liebermans Israel Beiteinu steht für die Umkehrung der Sünde in Tugend. Dabei geht es nicht allein um 1967, sondern auch um die Ereignisse um 1948, die nicht nur die Gründung des modernen Staates Israel zur Folge hatte, sondern auch und gerade die palästinensische Katastrophe, Nakba. „Unsere Heimat ist Likud“ repräsentiert jene Haltung, entsprechend welcher die Nakba längst noch nicht vollendet sei. Sie insistiert nicht so sehr auf einer Notwendigkeit von Besatzung und Siedlungsbau aus (wenn auch vermeintlichen) Sicherheitsgründen, wie uns Shimon Peres und Mitstreiter aus den Gefilden der israelischen Arbeitspartei haben weismachen wollen.  Sie beharrt auf Landraub und Bevölkerungstransfer aus scheinbar religiösen Gründen – und wenn das nicht mehr reicht, aus reinem Spass an der Freude. „Palästinenser, kniet nieder, die Siedler kommen wieder!“, skandieren (anti-)deutsche Fans von Likud Beiteinu. Ihnen ist mit diesem Song von Albino ein Denkmal aus Rap gesetzt worden:

 

Die „Deutschesten der Deutschen“ (Albino) wünschen sich, wenn schon nicht auf die Bahamas, so doch wenigstens nach Likudistan – oder, wie Didi Remez Israel unter Bibi/Lieberman genannt hat – „planet Judeo-Fascist“. Und war es nicht auch Leibovitz, der eine Degenerierung der israelischen Gesellschaft, sollte sie nicht schleunigst ablassen von Besatzung, Unterdrückung und Landraub, sogar hin zum „Judeo-Nazismus“ voraussagte?

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