konkret im Clownskostüm

Titanic-Chefredakteur Leo Fischer kürzlich zur Frage, inwieweit Muslime Provokationen – und seien sie auch humoristisch dargetan – aushalten müssen:

Dieses Video „Innocence of Muslims“ ist ja ein ziemlicher Schrott. Allerdings müssen Muslime es aushalten, ebenso wie alle anderen Weltanschauungen, dass Witze über sie gemacht werden. Das gehört einfach dazu. Muslime machen auch Witze über Nichtgläubige oder Andersgläubige, es gibt da eine reiche Tradition von Karikaturen im arabischen Raum, insbesondere mit Israel-Bezug, das ist allgemein bekannt. Da muss man schon mit gleichen Waffen zurückschlagen dürfen.

[Fettdruck von mir]

Leo Fischer nimmt für sich und sein Blatt in Anspruch, die teilweise ja wirklich krude Propaganda, die in islamisch geprägten Ländern über Juden bzw. Israel verbreitet wird, gewissermaßen stellvertretend für den Staat Israel zu kontern. Und zwar „mit den gleichen Waffen“. Das sagt viel über die Grenzen der Satire, wie Titanic sie praktiziert, aus. Und wenn man sich dann auch noch das Cover der jüngsten Ausgabe anschaut, fragt man sich doch wirklich: Gibt es einen Zusammenhang zwischen prononcierter Israel-Verbundenheit einerseits  und besonders platten historischen Vergleichen andererseits? Man muss kein hirntoter, merkelfreundlicher Partypatriot sein, um sich darüber zu wundern: Wäre die Titanic nicht mittlerweile bekannt als das, was sie ist, konkret im Clownskostüm, man hätte Fischer und Konsorten längst Geschichtsrevisionismus vorgeworfen. So aber lautet der Schluss: Titanic ist israelfreundlich. Titanic darf das.

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Ein Gedanke zu “konkret im Clownskostüm

  1. Ähnlich erbärmlich ist der „Witz“, den die titanic-Website zur Rede Martin Schulz‘ in der Knesset abgeliefert hat (den Link erspare ich). „Zum Nahost-Konflikt scheint die Titanic ja sowieso nur den abgeschmackesten Likud-Schenkelklopfer zu bieten- dagegen ist ja die unsägliche Caroline Glick eine gestandene Humoristin! Liebe Titanic: ich dachte, Links sein hat irgendwas mit Humanismus zu tun? Und Satire damit, dass man die Starken der Lächerlichkeit preis gibt und die Ungerechtigkeiten gegenüber den Schwachen anprangert? Nee? Doch nicht? Dann seid ihr auch nicht besser als die völkisch-deutschen Kleinbürger, die ihr doch immer so schön durch den Kakao ziehen könnt…

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