Wie man die Existenz Israels aufs Spiel setzt

Redet nur alle weiter vom Existenzrecht Israels, von Israels Sicherheit, von einer Staatsdoktrin, die Israel schützen soll, von der einzigen Demokratie im Nahen Osten. Beschwört nur weiter die ach so barbarischen Bedroher Israels von außen. Gideon Levy wartet in der taz auf mit dem Rezept auf, Israel den Todesstoß zu versetzen – und zwar von innen:

Lasst den rechten Flügel und das Bennett-Feiglin-Team gewinnen. Wenn die israelischen Wähler dies wollen, ist es das, was sie verdienen. Die angemessene Regierung für Israel ist eine, der die selbsternannte Menschenrechtsaktivistin Orit Struck (Platz 10 auf der „Habajit Hajehudi“-Liste, eine der wichtigsten VertreterInnen der militanten Siedlerbewegung) aus der Avraham-Avinu-Siedlung in Hebron angehört. Sie wird sicherlich adäquater sein als die scheidende Regierung, mit der Arbeitspartei als Partner bei ihren Verbrechen, einem angeblich moderaten Verteidigungsminister Ehud Barak und all den Dan Meridors (stellvertretender Premierminister, Likud) und Michael Eitans (Minister, Likud) als Zierde.

Vermutlich wird niemand die von Levy genannten Personen auf irgendeine Antisemitenliste setzen, nicht einmal Herr Broder.

Wer aber sind diese Leute? Naftali Bennett? Moshe Feiglin? Wer sind diese Rechtsradikalen, diese Rassisten und Gewaltmenschen, die es bei den kommenden Wahlen zur Macht drängt? Dringende Leseempfehlung: Der lange Essay des amerikanischen Journalisten David Remnick. Warum nur fällt mir gerade jetzt ein, dass Dieter Graumann jüngst Jakob Augstein , wenn es um Israel gehe, „Empathie aus dem Einsschrank“ vorgeworfen hat?

Ein Gedanke zu “Wie man die Existenz Israels aufs Spiel setzt

  1. es ist nicht etwa so, dass da etwas neues kommt. es gibt eine zynisch „friedensplan“ genannte, auf den politiker der „nationalen union“ (die auch schon in regierungen eingebunden war) elon zurückgehende initiative, die ebenfalls die annexion aller in frage kommender palästinensischen gebiete beinhaltet. es gibt aussagen von netanyahu für eine annexion von „judäa und samaria“. bennett war auch mitarbeiter von ihm. es gibt die langjährige praxis israelischer politik. auch dass bennett sagt, es habe schon einen jüdischen staat gegeben als die palästinenser noch auf den bäumen lebten, spiegelt nur wieder was zionisten seit ca. 150 jahren schreiben und sagen, wenn auch andermal verblümter. neu scheint nur die herangehensweise. netanyahu geht mit kz-bauplänen vor die un-vollversammlung um stimmung zu machen. er verkündet einen „baustopp“ für siedlungen der keiner ist (noch rasch jede menge baugenehmigungen vor dem „stop“, der nicht für schon genehmigte oder begonnene gilt usw.), fordert die palästinenser zu verhandlungen auf, spricht von frieden und schiebt ihnen den schwarzen peter zu. bennett sagt gleich „niemals ein staat für palästinenser, keine verhandlungen“.

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