Max Blumenthal – „the wrong kind of Jew“

Die Causa Blumenthal/Gysi/Beck etc. ist derartig unappetitlich, dass es mir einmal mehr die Sprache verschlägt. Gut, dass es nun eine auf Youtube zu verfolgende Antwort Blumenthals auf seine Kritiker gibt (via rhizom).

Nebenbei gesagt: Ich selber bin nicht unbedingt ein Fan des Werks Blumenthals. Doch im Angesicht des Verhaltens hiesiger, sich als links ausgebender, Politiker, von der hiesigen Medienkamarilla mal ganz zu schweigen, fühle ich mich gezwungen, für ihn Partei zu ergreifen.

6 Gedanken zu “Max Blumenthal – „the wrong kind of Jew“

  1. Ich kann David Sheen und Max Blumenthal verstehen. Auch wenn man die ganze leidige Toilettengeschichte verurteilen kann- gerade Mr. Sheen war die Wut und echte Angst um sein Leben anzusehen. Die Erklärungen von Pau, Beck und Gysi waren wirklich unterstes Niveau, und ich habe viel von meiner Achtung für die Linkspartei (und die Person Gregor Gysis) verloren. Ja klar, es wird mal wieder mediale Hatz auf die Linkspartei gemacht (man denke auch an das unerträgliche Schmierentheater mit Wolf Biermann und die allgemeine Verwurstung des Mauerfalls- oh, die schiere Ironie!), und man kann sich nicht zu viele PR-Rückschläge leisten. Und über die Hetzjournaille und die Antideutschen will ich jetzt nichts sagen, das würde mich nur noch mehr aufregen. Aber das alles verblasst im Angesicht des realen Leides der Menschen in Palästina und Israel! Gysi hat aus Feigheit und Opportunismus gehandelt, anstatt moralische Größe zu zeigen. Nun gut. Von der Politik in Deutschland kann man wohl nichts, aber auch gar nichts mehr an positiven Impulsen für Palästina erwarten. Da sind Schweden und das britische Parlament schon viel weiter. Jemanden wie Gerald Kaufman oder Saeeda Warsi wird es in diesem Land wohl niemals geben. Dieses Land (und dessen zum Großteil moralisch verwahrloste „Linke“, wobei ich nicht nur die Partei meine), glaubt ja nur durch totale Unterstützung (mit ein bisschen Alibikritik hier und da) von Rassismus, Militarismus und Siedlerkolonialismus die Verbrechen der Shoa sühnen zu können. Und nein, bevor mir jemand irgendetwas unterstellt- das können ja Frau Pau und die Herren Gysi und Beck, sowie die Springerschmieranten, Jungleworldler, die Yücels, die Gremlizas, die Wergins, die Broders und Gärtners etc. sehr gut- eine gewisse Gleichsetzung im Geist von Yeshayahu Leibowitz, ist nicht von mir beabsichtigt! Aber die furchtbaren, tragischen Dinge der Welt kann, nein, muss man auch als solche bezeichnen. Die Berichterstattung der Medien ist erbärmlich- auch Telepolis entblödet sich nicht, frei von der Leber zu diffamieren. Überraschenderweise hat da ausgerechnet die taz diesmal ein Quäntchen Mut gezeigt, indem sie Blumenthal selbst ein kurzes Interview gestattet hat. Und ja, die Toten in Gaza und in der West Bank- gerade Familie Kilani- gehen auch auf das Konto der deutschen Regierung und des politischen Establishments.

    PS: Ich finde auch, dass Max Blumenthal sich vielleicht manchmal im Ton vergreift, z.T. arg zuspitzt und auch ein bisschen zu provokant für meinen Geschmack auftreten kann, aber das tut der moralischen Bedeutung seiner Arbeit (wie auch der David Sheens und vieler, vieler anderer) keinen Abbruch.

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  2. Da ich mich mit der Israel-Lobby in Deutschland – leider – auch schon persönlich befassen musste, hier Näheres zu der Entstehung der Sache und zu ein paar Hintergründen:
    http://otlasblog.wordpress.com/2014/11/07/germanys-israel-lobby/
    http://otlasblog.wordpress.com/2014/11/13/die-israel-lobby-die-fdd/
    Ich weiß nämlich nicht, ob das alles jedem so bekannt ist.
    In Sachen Israel Lobby, hier: Schweiz ist auch dieses Post
    http://otlasblog.wordpress.com/2014/11/14/the-israel-lobby-swiss-gerigate/
    dringend empfohlen.

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      1. Darum gehts nicht.. Mir geht’s darum, dass erkannt wird, Blumenthal und Sheen sind keine Einzelfälle, sondern typische Fälle. Es passiert IMMER, dass irgend jemand – in diesem Falle Wiesenthal, der darin längst geübt ist – gegen einen, der im Nahost-Konflikt auf der Seite der Palästinenser steht, ins Horn tutet und eine ganze Meute, die sich von der Israel-Lobby leicht steuern lässt, hetzt los. Insbesondere, aber nicht nur in Deutschland. Sie werden als Antisemiten, Holocaustleugner, Rassisten, Nazis bezeichnet, möglichst öffentlich diffamiert, möglichst nachhaltig mundtot gemacht. Die Diffamierungen sind völlig haltlos bis totaler Unfug; aber wer weiß das schon? Wer liest schon langatmige Nachweise, dass sie totaler Blödsinn sind? Dass das nicht mehr so recht funktioniert, liegt daran, dass das Verfahren den Betroffenen inzwischen bestens bekannt ist, Doch bis vor wenigen Jahren hat es noch gewirkt. Habermas, Tugendhat, Butler, Grass, Augstein, um nur wenige prominente Namen zu nennen, sind Beispiele dafür. Es sind nicht die Schlechtesten, die hier mit wahrhaft abstoßendem Hass, der vor Existenzvernichtung nicht zurück schreckt, angegriffen werden.
        Es ist den Angreifern auch völlig egal, ob einer Palästinenser, Araber, Moslem oder aus ganz anderen Weltgegenden kommt oder Jude ist.
        Das jüngste Beispiel vor ganz wenigen Tagen ist ein antizionistischer Jude, dem öffentlich an den Kopf geworfen wurde, er gleiche dem Kapo eines Konzentrationslagers. So etwas trifft tief und ich denke, er wird noch einige Zeit brauchen, um das zu überwinden. Denn die meisten dieser Juden haben während des Holocausts Verwandte verloren – und nun werden sie mit den Mördern gleich gesetzt.

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        1. Es ist ja bezeichnend, dass auf der einen Seite eine einigermaßen kritische Auseinandersetzung (z.B. wenn sich David Sheen mit Rassismus ggü Afrikanern in Israel beschäftigt) den Betreffenden gleich zum „Feind“ macht, zum „Antisemiten“, die Analyse diskreditiert wird, wenn sie kritisch ist bzw. unangenehme Wahrheiten enthält

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  3. Nun ja, man wird vielleicht klären müssen, was die beiden Journalisten bislang denn so von sich gegeben haben. Die Vergleiche Israel mit NS und IS sind wohl so gefallen, oder? Die beiden hatten ihren israelfeindlichen Ruf schon vor dem Toilettengate weg, machen aber nun Gysi dafür verantwortlich. Das ist schäbig.

    Davon abgesehen zeigt mir das Toilettengatevideo zwei unsympathische Typen, die vermutlich vor allem narzisstisch sind. Alleine der eine, der auf seinem Handy ein Bild toter Kinder aus Gaza hat, das er jedem in die Kamera hält. Das ist eine miese Instrumentalisierung.

    Und dann behauptet er mal so locker, die Stasi habe Deutschland noch im Griff, das habe man an der Toilettenreaktion gesehen.

    Ich glaube diesen beiden keinen Augenblick, dass es ihnen um das Wohlergehen von Menschen geht. Genauso wenig wie ich es Ken Jebsen glaube. Das sind Demagogen, die man meiden sollte.

    Aber ich habe noch nie ein Buch dieser Journalisten gelesen, insofern stehen meine Äußerungen unter Vorbehalt.

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