Wer? Was?

Netsurfer und Sucher nach Themen, die mit Israel-Palästina zu tun haben, aber auch den Nahostdiskurs hierzulande bzw. die sog. „deutschen Befindlichkeiten“ schwerpunktmäßig beleuchten. Beleuchten bedeutet nicht zwangsläufig, dass ich den Anspruch erhebe, auf irgendeine Weise etwas zur Diskussion um Israel-Palästina beitragen zu können. Ich bin kein Experte, eher Beobachtender, und zwar aus einer doppelt-solidarischen Perspektive.

Zu meinem persönlichen Hintergrund und den sich daraus ergebenen eigenen Befindlichkeiten:

Als ich Mitte der 1990er Jahre zum ersten Mal Israel besuchte – im Rahmen eines Aufenthalts in einem Kibbutz inmitten der alles in allem unspektakulären Stadt Beit Shemesh – war ich glückseliges Mitglied des Israel-Fanclubs, d.h. Realitäten vor Ort begannen für mich erst im Laufe des Aufenthalts von Bedeutung zu sein. Vor Antritt der Reise genoss ich meine mythologisch-mystifizierte Sicht auf Israel-Palästina in vollen Zügen und wusste auch nicht, was daran problematisch sein konnte.

Als ich Ende der 1990er Jahre begann, mich anlässlich einer Examensarbeit mit der Geschichte und Situation palästinensischer Christen zu befassen, wurde mir klar, dass ich mir zur Beobachtung und Bewertung der Lage in Israel-Palästina eine neue Brille zulegen musste. Zahlreiche Besuche des Heiligen Landes machten mich zum wutschnaubenden Advokaten „der“ Sache „der“ Palästinenser. Ernüchternde Erfahrungen in entsprechenden Solidaritätskreisen hierzulande ließen mich erkennen, dass ich wieder einmal eine neue Brille brauchte. Einer der Kommentatoren stellt die naheliegende Frage: Wie wäre, mal keine Brille zu tragen – mit Blick auf Israel-Palästina? Aber: Ist das möglich für mich, der ich ein Außenstehender bin, ohne tiefere Kenntnisse der arabischen und hebräischen Sprache – Wortbrocken und Satzfetzen mal ausgenommen?

Sonstige Interessen: Musik, Literatur, Spiritualität und Theologie und Borussia Mönchengladbach.

Noch etwas: Weil ich sehr anglophil bin, zitiere ich häufig englischsprachige Quellen. Nicht böse sein!

15 Gedanken zu “Wer? Was?

  1. Az Mah?

    Also tausche ich einfach „the few“ gegen „a few“ und schon ist keine Einschränkung der Allgemeinheit mehr gegeben…

    Ach ja: natürlich auch ganz tolle, interessante Seite, die sie da haben. So schön liberal!

    May you care if a call you Goldstone II. ?

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  2. Ich bin erst vor kurzem auf deinen Blog gestoßen und muss nach dem Lesen nur einiger Artikel schon sagen: Sehr schön! Respect! Gute, herausfordernde Beiträge, interessante Videos und kritische Kommentare, Themen, die auch mich sehr beschäftigen, zumal ich in weniger als einem Jahr mein FSJ in einem Friedensprojekt in Israel machen werde (eventuell hand-in-hand Schule..jenachdem wo sie mich hinstecken;-)… Auf dass auch noch die letzte Mauer fällt!

    Frieden!

    jana

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    1. Interessanter Gedanke… Muss ich echt drüber nachdenken.
      Vielleicht bräuchte ich nicht so sehr eine neue Brille, vielleicht neue Augen, zumindest einen immer neuen Blick. Manchmal reicht aber auch die Einsicht, dass der eigene Blick ohnehin getrübt ist.

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      1. „ohne brille“ würde den anspruch auf objektivität implizieren, als „hobby konstruktivist“ is es mir im krieg der geschichtsschreibungen und weltdeutungen dann doch lieber wenn ein author ein wenig reflektion über die eigene subjektivität durchblicken lässt… von daher gefällt mir die brillen metapher.

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  3. Ich bin erst vor kurzem auf deinen Blog gestoßen und muss nach dem Lesen nur einiger Artikel schon sagen: Sehr schön! Respect! Gute, herausfordernde Beiträge, interessante Videos und kritische Kommentare, Themen, die auch mich sehr beschäftigen, zumal ich in weniger als einem Jahr mein FSJ in einem Friedensprojekt in Israel machen werde (eventuell hand-in-hand Schule..jenachdem wo sie mich hinstecken;-)… Auf dass auch noch die letzte Mauer fällt!
    +1

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  4. Erfreulich Dein Versuch, die Lage ohne irgendwelchen (rosaroten) Brillen zu sehen. Hier ist imho nun mal keiner frei von Schuld und einseitige Parteinahme nicht angebracht. Leider scheint das Thema, da auf der einen Seite ja „die Juden“ stehen, gerade in Deutschland nur sehr schwer sachlich und fair zu behandeln, da dann gleich Emotionen hochkochen. Der Idee eines „gerechten Friedens“ erweisen die „kalten Krieger des Nahostkonflikts“ m.E. damit aber einen Bärendienst. Militanz lehne ich auf beiden Seiten ab und sympathisiere eher mit Aktionen wie „One Voice“ (http://www.onevoicemovement.org/).

    Zwar ist unser Blog nicht spezifisch auf Nahost und diesen Konflikt ausgerichtet, aber er ist nun einmal einer der am längsten währenden in der jüngeren Geschichte und hat auch stets internationale Auswirkungen, weshalb wir uns spätestens da als Menschen mit einer kritisch-rationalen Stimme auch mal zu Wort melden sollten. Dank Ellen Rohlfs, die sich seit langem intensiv mit der Materie befasst, haben wir glücklicherweise die Möglichkeit, eben auch kritische Stimmen aus der Region regelmäßig zu Wort kommen zu lassen und nachdem ich selber diesen Konflikt seit dem 6-Tage-Krieg mitbekomme, halte ich es für zwingend geboten, endlich mal konstruktive Schritte zu gehen statt nur weitermit Schuldzuweisungen aufeinander herumzuhacken.

    Du warst wenigstens schon mal „vor Ort“, hast gelernt, daß eine einseitige Betrachtung der Dinge nichts bringt – ich kann es nur ganz von außen sehen. In jungen Jahren symphatisierte ich erst einseitig mit den Israelis, später dann mit den Palästinensern, und hoffe(!) nun, einigermaßen den – zugegeben – komplizierten Sachverhalten dort gerecht zu werden.

    Schalom und Salaam
    Frank

    P.s.: Hoffe übrigens, daß es Dir recht ist, daß Du nun in unserer Blogroll stehst😉

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    1. Mitte der 90er Jahre stellte sich die Stadt als Sammelbecken für sozial Benachteiligte innerhalb der jüdischen Bevölkerung Israels dar. Das waren vor allem Mizrahim. Orthodoxe waren auch da, aber ich würde lügen, behauptete ich, sie seien stark prägend gewesen.

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