„Netanyahu will Churchill sein. Doch dessen Zeit ist abgelaufen.“

Ein nicht namentlich erwähnter Top-Informant aus dem engsten Machtzirkel der israelischen Regierung beklagte sich jüngst bei Ynet über Ministerpräsident Netanyahu: Dessen persönliches und politisches Verhalten hätten dazu beigetragen, dass Israel isoliert in der Welt dastehe, ja, dass Israel heute bedrohter denn je sei sei. Angesichts der wirtschaftlichen Situation des Landes befürchtet der Informant einen Schneeball-Effekt, sollte sich beispielsweise ein EU-Mitgliedsstaat zum Boykott israelischer Waren entschließen. Interessant dabei ist, dass sich die Person voll und ganz im Klaren über die Plausibilität der Begründung eines Boykotts im Klaren zu sein scheint:

We are a country that exports, and in light of the situation with the Palestinians and the continued occupation, we are seen as an apartheid state. A boycott of Israel is the most dangerous thing that exists today.

[Fettdruck von mir ]

Neben der Besatzung wird Netanyahu für die Rolle, die er im Kontext der Verhandlungen um das iranische Atomprogramm seit jeher spielt, kritisiert. Bibis Hysterie habe dazu geführt, dass der Iran in der heutigen Zeit überhaupt  als ernsthafte Atommacht angesehen werde. „„Netanyahu will Churchill sein. Doch dessen Zeit ist abgelaufen.““ weiterlesen

Israel sollte Ahmadinejad dankbar sein.

Es ist immer so eine Sache, wenn den Sieger der iranischen Wahlen, Ruhani, in westlichen Gefilden als Reformer zu deklarieren. Das amtliche Endergebnis aus Teheran steht noch gar nicht fest, da warnt Israels Premierminister Netanyahu schon wieder davor, die iranische Regierung mit allzu offenen Armen in der Gemeinschaft der angesehenen Staaten willkommen zu heißen. Bibi hat ja recht: Der Mann hat noch nichts geleistet, also Vorsicht mit Vorschusslorbeeren. Ein Friedensnobelpreisträger wie Barack Obama hat sich ja auch als paranoider Abhör-Fetischist und Kontrollfreak entpuppt. Interessant, dass Netanyahu ebenfalls darauf hinweist, dass im Iran der Staatspräsident de facto dem Willen der hohen Geistlichkeit unterworfen sei. In der New York Times heißt es: „Israel sollte Ahmadinejad dankbar sein.“ weiterlesen

Es geht nicht um Lapid oder Bennet. Es geht um Qamar.

Während sich die Welt noch die Augen reibt ob des Glanzes, den Israels neue Politstars Naftali Bennett und Yair Lapid verströmen, soll uns das folgende Video, aufgenommen von Aktivisten der Menschenrechtsgruppe Ta’ayush vor Augen führen, um was es im Kern im israelisch-palästinensischen Konflikt geht: Die einen verschaffen sich Zugang zu Ressourcen und tun dies in vollem Bewusstsein auf Kosten der anderen – und mag es sich dabei auch um Kleinstkinder handeln:
Am 19.1. verhafteten israelische „Sicherheitskräfte“ in der Nähe von Hebron – man versuche, sich die Visagen dieser Typen einzuprägen, Gott sei Dank, lässt uns das Internet nicht vergessen – die 18 Monate alte Qamar und ihre Mutter Rima Ismail Awad.  Siedler hatten sich der Ländereien und der Olivenhaine der Familie bemächtigt und mussten natürlich nun von diesem antisemitischen Mob beschützt werden.

Welche Gedanken kommen einem bei diesen Bildern? „Es geht nicht um Lapid oder Bennet. Es geht um Qamar.“ weiterlesen

Shimon Peres‘ schönste Erfolge

Tja, und einige finden noch immer ein Haar in der Suppe. „Spät“ ist Shimon Peres von US-Präsident Obama mit der höchsten Auszeichnung, die es in den Vereinigten Staaten zu verleihen gibt, bedacht worden,der Freiheitsmedaille. Eine Propagandaveranstaltung erster Güte. Dabei spulte Peres das übliche Programm ab. Wäre Peres nicht israelischer Staatspräsident, sondern eine alternde Rockcombo aus, sagen wir, Münster-Kinderhaus, und wäre ich der Redakteur eines verschnarchten Lokalblatts, ich würde jetzt Satzbausteine benutzen wie „altbewährter Mix“ und „noch nicht zum alten Eisen gehörend“. Peres hatte, will man es den Spatzen glauben, die selbiges von den metaphorischen Dächern pfeifen, für jeden Fan etwas dabei: Eine hauchzarte Ballade:

Peres wurde als Staatsmann bezeichnet, der die Ansicht vertrete, dass Sicherheit nicht nur von der Stärke der Waffen, sondern auch von der Gerechtigkeit der Handlungen abhängig sei. Außer sei der israelische Staatspräsident an ethische Werten gebunden.

Der Song, der alle aufrütteln soll:

Im Mittelpunkt der Rede von Peres standen die nuklearen Aktivitäten des Iran. Der Iran sei um die Entwicklung von Atomwaffen bemüht und stelle deshalb eine Bedrohung für den Weltfrieden dar. Daher sollte das Atomprogramm des Iran rasch verhindert werden.

Das mit Krokodilstränen vorgetragene Vermächtnis, das keines ist: „Shimon Peres‘ schönste Erfolge“ weiterlesen

Netanyahu will Krieg – und redet von Auschwitz

Benyamin Netanyahu mit Briefen, die der Jüdische Weltkongress 1944 an das amerikanische War Department gerichtet hatte (Foto: (Photo: Cliff Owen/AP)
Benyamin Netanyahu mit Briefen, die der Jüdische Weltkongress 1944 an das amerikanische War Department gerichtet hatte (Foto: (Photo: Cliff Owen/AP)

Wieder einmal beehrt Israels Premierminister Netanyahu die Vereinigten Staaten. Wie immer heimst er Lobhudeleien für und für ein. Präsident Obama wird nicht müde, die besondere, die ewige, die untrennbare Freundschaft zwischen beiden Staaten zu betonen. Überall wo Bibi seinen Fuß hinsetzt, springen die Menschen auf und lassen sich zu spontanen standing ovations hinreißen. Heimspiele, Heimsiege allerorten. Doch so ganz zufrieden mag der Gehudelte nicht aus der feinen Wäsche blicken. Barack Obama, die Redemaschine, will und will nicht einsehen, dass man mit dem Iran in Sachen Atomwaffen nicht anders umgehen kann als mit kriegerischen Mitteln. Der US-Präsident setzt weiterhin auch auf das diplomatische Pferd und auf Sanktionen. Bibi ist besorgt – in den Worten Richard Silversteins:

Bibi will likely leave town believing that if he jumped off a cliff, Obama wasn’t going with him. „Netanyahu will Krieg – und redet von Auschwitz“ weiterlesen

Sarkozy und Obama dissen Netanyahu

Was Fefe hier meldet, ist nun wirklich lustig:

Auch Sarkozy und Obama haben gemerkt, dass Netanjahu ein habitueller Lügner ist. Sie dachten, die Mikrofone seien aus, aber durch einen „technischen Defekt“ haben die Journalisten mitgehört.

Sarkozy zu Obama:  „Ich kann ihn nicht mehr sehen, das ist ein Lügner.“

Darauf der zurück: „Du bist ihn leid, aber ich habe jeden Tag mit ihm zu tun!“

„Ganz Israel“ steht nun hinter Bibi, eingeschnappt, empört und Mitglied bei Facebook.