Marx‘ Religionskritik veranschaulicht

Wenn der vermaledeite Bono in den Worten des gebenedeiten Terry Eagleton nichts Anderes ist als die Verkörperung der Krokodilstränen der Herrschenden, das freundliche Gesicht einer unfreundlichen, weil kapitalistischen, Welt, so war Yisrael Aumann, Träger des Wirtschafts-Nobel-Preises 2005 bisher die wissenschaftlich-seriöse Personifizierung, der honorige Posterboy des israelisch-jüdischen Siedlerprojekts in den von Israel besetzten Gebieten.

Israelische Soldaten tanzen mit Palästinensern

Um Himmels Willen! Die in diesem Video zu sehenen israelischen Gäste einer palästinensischen Hochzeit bei Hebron – Soldaten auf Patrouille, die sich offenbar von der Musik angesprochen fühlten -haben Ärger bekommen: Nachdem die Aufnahmen öffentlich und das Mittanzen der israelischen Soldaten ruchbar geworden war, sind, so Noam Sheizaf, alle Beteiligten unverzüglich von Seiten der IDF suspendiert worden. Und das in Zeiten des wiederaufgenommenen Friedensprozesses! Wofür bekommen israelische Soldaten dann Orden?

„Undzer Shtetl brent“ und die Situation der Palästinenser

Dies ist heißer Stoff – und gleichzeitig ein bewegendes Tondokument. Auf Mondoweiss findet sich der Hinweis auf dieses Video. Zu hören ist ein Lied in jiddischer, arabischer und neuhebräischer Sprache: die Adaption eines jiddischen Liedes mit dem Titel „Undzer Shtetl brent“, verfasst von dem 1877 in Krakau geborenen Mordecai Gebirtig. Das Land stammt im Original aus dem Jahr 1938. Die Pogrom-Erfahrungen osteuropäischer Juden werden im vorligenden Video in Wort und Bild verbunden mit heutigen Erfahrungen von Palästinensern. Sehr brisant. Aber auch ein nicht zu überhörender Appell an die Mitmenschlichkeit eines jeden. Hier geht es nicht ums Vergleichen, hier geht es darum, Zeugnis abzulegen: Geschichte als Unrechtsgeschichte. Gesungen wird das Lied u.a. von Yonathan Shapira, einer äußerst interessant schillernden Person.